Kinder mit Asthma sollen Sport treiben. Was Belastungsasthma ist, wie Training ohne Beschwerden gelingt und wann eine sportmedizinische Abklärung sinnvoll ist.
Kinder mit Asthma sollen Sport treiben. Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert die Belastbarkeit, senkt die Empfindlichkeit der Atemwege gegenüber Anstrengung und stärkt das Selbstvertrauen. Die Schonung, die früher üblich war, gilt heute als überholt; die Leitlinien der Fachgesellschaften empfehlen Bewegung ausdrücklich als Teil der Behandlung.
Voraussetzung ist, dass das Asthma gut eingestellt ist. Ein Kind, das beim Sport regelmäßig Beschwerden hat, braucht nicht weniger Sport, sondern eine bessere Therapie. Genau an dieser Stelle hilft die sportmedizinische Sicht: Sie prüft, ob Beschwerden unter Belastung wirklich vom Asthma kommen, wie belastbar das Kind objektiv ist und wie Training und Therapie zusammenpassen.
Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung und ändert nichts an der Therapie, die Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt festgelegt hat. Sie ist eine Orientierung für das Gespräch.
Bei schneller, tiefer Atmung unter Belastung wird die Atemluft in den Bronchien nicht mehr ausreichend erwärmt und angefeuchtet. Bei empfindlichen Atemwegen führt das zu einer Verengung, typischerweise einige Minuten nach Beginn intensiver Belastung oder kurz nach dem Ende. Man spricht von Belastungsasthma oder anstrengungsinduzierter Bronchokonstriktion. Kalte, trockene Luft, Chlordämpfe in Hallenbädern, Pollen und Infekte verstärken den Effekt.
Nicht jede Atemnot beim Sport ist Asthma. Bei Jugendlichen kommt zum Beispiel eine belastungsbedingte Verengung im Kehlkopfbereich vor, die sich ähnlich anfühlt, aber anders behandelt wird, ebenso schlicht mangelnde Ausdauer oder Hyperventilation. Die Unterscheidung gelingt am sichersten mit einer Lungenfunktionsmessung vor und nach standardisierter Belastung, wie ich sie in der Praxis durchführe.
Husten, pfeifende Atmung, Engegefühl oder Atemnot während oder bis etwa 30 Minuten nach der Belastung, oft besser nach Pause.
Lungenfunktion in Ruhe, Belastungstest mit Messung danach, bei Bedarf weitere Tests. Ergebnis: eine klare Aussage, ob und wie stark die Atemwege auf Belastung reagieren.
10 bis 15 Minuten lockeres Aufwärmen mit einigen kurzen intensiven Abschnitten kann die Atemwege für ein bis zwei Stunden unempfindlicher machen. Das ist der wirksamste nicht medikamentöse Schutz.
Dauertherapie regelmäßig nehmen, Bedarfsspray immer dabei, Anwendung vor dem Sport nur nach ärztlicher Anweisung. Trainerinnen und Trainer sollten wissen, wo das Spray liegt.
Intervallformen mit Pausen sind günstiger als lange gleichförmige Belastung. Bei Infekten und starkem Pollenflug Intensität reduzieren.
Bei Kälte durch die Nase atmen oder ein Tuch vor Mund und Nase, in Hallenbädern auf gute Lüftung achten, nach dem Training langsam ausklingen lassen.
In der sportmedizinischen Beratung klären wir, ob Ihr Kind unter Belastung tatsächlich eine Verengung der Atemwege entwickelt, wie belastbar es objektiv ist und welche Sportart und Trainingsform passen. Sie erhalten einen schriftlichen Befund mit konkreten Empfehlungen für Training, Wettkampf und Notfall, den Sie an Verein und Schule weitergeben können, und Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt bekommt den Bericht zur Abstimmung der Therapie.
Bei Kaderathletinnen und Kaderathleten gehört die Dokumentation der Asthmatherapie für Anti-Doping-Kontrollen dazu. Mehr zu Sport mit chronischen Erkrankungen finden Sie unter Leistungen und Preise und zur sportmedizinischen Beratung.
Ein Belastungstest mit Lungenfunktion beantwortet die Frage meist in einem Termin. Schreiben Sie mir kurz Alter, Sportart und Anliegen.