Ratgeber · Sport mit chronischer Erkrankung

Sport mit Asthma: ja, und wie

Kinder mit Asthma sollen Sport treiben. Was Belastungsasthma ist, wie Training ohne Beschwerden gelingt und wann eine sportmedizinische Abklärung sinnvoll ist.

Termin anfragen → Ratgeber der Praxis Kinder-Sportmedizin-Ruhr, Bochum. Ersetzt keine ärztliche Untersuchung.
Grundlage

Sport ist bei Asthma erwünscht

Kinder mit Asthma sollen Sport treiben. Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert die Belastbarkeit, senkt die Empfindlichkeit der Atemwege gegenüber Anstrengung und stärkt das Selbstvertrauen. Die Schonung, die früher üblich war, gilt heute als überholt; die Leitlinien der Fachgesellschaften empfehlen Bewegung ausdrücklich als Teil der Behandlung.

Voraussetzung ist, dass das Asthma gut eingestellt ist. Ein Kind, das beim Sport regelmäßig Beschwerden hat, braucht nicht weniger Sport, sondern eine bessere Therapie. Genau an dieser Stelle hilft die sportmedizinische Sicht: Sie prüft, ob Beschwerden unter Belastung wirklich vom Asthma kommen, wie belastbar das Kind objektiv ist und wie Training und Therapie zusammenpassen.

Wichtig

Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung und ändert nichts an der Therapie, die Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt festgelegt hat. Sie ist eine Orientierung für das Gespräch.

Belastungsasthma

Warum Anstrengung die Atemwege reizt

Bei schneller, tiefer Atmung unter Belastung wird die Atemluft in den Bronchien nicht mehr ausreichend erwärmt und angefeuchtet. Bei empfindlichen Atemwegen führt das zu einer Verengung, typischerweise einige Minuten nach Beginn intensiver Belastung oder kurz nach dem Ende. Man spricht von Belastungsasthma oder anstrengungsinduzierter Bronchokonstriktion. Kalte, trockene Luft, Chlordämpfe in Hallenbädern, Pollen und Infekte verstärken den Effekt.

Nicht jede Atemnot beim Sport ist Asthma. Bei Jugendlichen kommt zum Beispiel eine belastungsbedingte Verengung im Kehlkopfbereich vor, die sich ähnlich anfühlt, aber anders behandelt wird, ebenso schlicht mangelnde Ausdauer oder Hyperventilation. Die Unterscheidung gelingt am sichersten mit einer Lungenfunktionsmessung vor und nach standardisierter Belastung, wie ich sie in der Praxis durchführe.

Typische Zeichen

Husten, pfeifende Atmung, Engegefühl oder Atemnot während oder bis etwa 30 Minuten nach der Belastung, oft besser nach Pause.

Abklärung

Lungenfunktion in Ruhe, Belastungstest mit Messung danach, bei Bedarf weitere Tests. Ergebnis: eine klare Aussage, ob und wie stark die Atemwege auf Belastung reagieren.

Praxis

So gelingt Training

Aufwärmen

10 bis 15 Minuten lockeres Aufwärmen mit einigen kurzen intensiven Abschnitten kann die Atemwege für ein bis zwei Stunden unempfindlicher machen. Das ist der wirksamste nicht medikamentöse Schutz.

Therapieplan einhalten

Dauertherapie regelmäßig nehmen, Bedarfsspray immer dabei, Anwendung vor dem Sport nur nach ärztlicher Anweisung. Trainerinnen und Trainer sollten wissen, wo das Spray liegt.

Belastung dosieren

Intervallformen mit Pausen sind günstiger als lange gleichförmige Belastung. Bei Infekten und starkem Pollenflug Intensität reduzieren.

Umgebung beachten

Bei Kälte durch die Nase atmen oder ein Tuch vor Mund und Nase, in Hallenbädern auf gute Lüftung achten, nach dem Training langsam ausklingen lassen.

In der Praxis

Was ich für Ihr Kind tun kann

In der sportmedizinischen Beratung klären wir, ob Ihr Kind unter Belastung tatsächlich eine Verengung der Atemwege entwickelt, wie belastbar es objektiv ist und welche Sportart und Trainingsform passen. Sie erhalten einen schriftlichen Befund mit konkreten Empfehlungen für Training, Wettkampf und Notfall, den Sie an Verein und Schule weitergeben können, und Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt bekommt den Bericht zur Abstimmung der Therapie.

Bei Kaderathletinnen und Kaderathleten gehört die Dokumentation der Asthmatherapie für Anti-Doping-Kontrollen dazu. Mehr zu Sport mit chronischen Erkrankungen finden Sie unter Leistungen und Preise und zur sportmedizinischen Beratung.

Atemnot beim Sport abklären?

Ein Belastungstest mit Lungenfunktion beantwortet die Frage meist in einem Termin. Schreiben Sie mir kurz Alter, Sportart und Anliegen.

Termin anfragen → Zur Beratung

Häufige Fragen

Darf mein Kind mit Asthma Leistungssport machen?

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Bei gut eingestelltem Asthma spricht in der Regel nichts dagegen, auch im Leistungssport. Voraussetzung sind eine stabile Therapie, ein klarer Plan für Belastung und Notfall und regelmäßige Kontrollen. Viele erfolgreiche Ausdauersportlerinnen und Ausdauersportler haben Asthma.

Welche Sportarten sind bei Asthma günstig?

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Sportarten mit wechselnder Belastung und Pausen, etwa Ballsportarten, Schwimmen in warmer, feuchter Luft oder Kampfsport, lösen seltener Beschwerden aus als lange Dauerbelastung in kalter, trockener Luft. Das ist aber keine Einschränkung: Mit guter Einstellung und Aufwärmen ist auch Langlauf, Laufen oder Radsport möglich. Entscheidend ist, was Ihr Kind gern macht.

Muss mein Kind das Spray vor dem Sport nehmen?

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Das hängt von der ärztlich festgelegten Therapie ab. Bei bekanntem Belastungsasthma wird häufig eine Inhalation vor dem Training empfohlen. Was, wann und in welcher Dosis, legt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt fest; bitte ändern Sie das nicht eigenmächtig. Wenn das Spray vor dem Sport regelmäßig nötig ist, ist das ein Hinweis, die Dauertherapie zu überprüfen.

Gilt Asthmaspray im Wettkampf als Doping?

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Die gängigen inhalativen Wirkstoffe sind im Wettkampfsport bis zu festgelegten Höchstmengen erlaubt, für einige braucht es eine medizinische Ausnahmegenehmigung. Die Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur ändern sich jährlich. Für Kaderathletinnen und Kaderathleten kläre ich das im Rahmen der Beratung anhand der jeweils aktuellen Verbotsliste und dokumentiere die Therapie so, dass sie bei einer Kontrolle nachvollziehbar ist.

Wann sollte mein Kind beim Sport aufhören?

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Bei Atemnot, die nach Belastungsende nicht innerhalb weniger Minuten nachlässt, bei pfeifender Atmung, Engegefühl in der Brust, Husten, der nicht aufhört, oder wenn das Kind nicht mehr in ganzen Sätzen sprechen kann. Dann Belastung beenden, Bedarfsspray nach Plan, Ruhe, und wenn keine Besserung eintritt, ärztliche Hilfe. Bei blauen Lippen oder Erschöpfung sofort den Notruf 112 wählen.